Erkennen, wo ein ERP-System steht

11.02.2014 18:59

Die In-Memory-Plattform SAP Hana soll mehr Datenmengen analysieren, schneller Berichte auswerfen und Prozesse beschleunigen und damit das ERP-System von Unternehmen „besser“ machen. Aber besser im Vergleich zu wem oder was? Welches Unternehmen kann detailliert sagen, wo sein SAP-System steht im Vergleich zu Wettbewerbern der Branche? Sind die Prozesse zum größten Teil standardisiert, automatisiert und damit effizient sind oder zum Großteil historisch gewachsen, manuell und ineffizient? Vor der Einführung des neuen Tools empfiehlt sich also ein Check-up.

„Nicht alle Geschäftsprozesse profitieren von vorne herein gleichermaßen von einer In-Memory Datenbank, daher ist es zielführend, bei der Einführung von HANA geeignete Geschäftsprozesse im Vorhinein zu identifizieren und zu optimieren,“ rät Diana Bohr, CTO der Firma West Trax den Unternehmen. Die Firma schaut sich hierfür die Geschäftsprozesse und filtert wichtige Key Performance Indicators (KPIs) aus den Systemen heraus. Mit dem Ergebnis können Unternehmen dann im System aufräumen.

Messung von Geschäftsprozessen und SAP-Performance
Wie lässt sich die Performance von Geschäftsprozessen, bzw. eines ganzen SAP-Systems messen? Dazu entwickelte der Anbieter Algorithmen, anhand derer SAP-Systeme analysieren werden: Unter anderem daraufhin, wie viele Eigenentwicklungen im System stecken, wovon unter Umständen einige selten oder gar nicht aufgerufen werden. Aufgrund der zahlreichen abgeschlossenen Analysen – bisher über 1.400 in 15 unterschiedlichen Branchen – hat das Unternehmen eine Datenbank mit den Ergebnissen aufbauen können, die zum Benchmarking herangezogen wird. So erhält der Kunden einen Vergleich mit anderen Unternehmen, der sich auf andere Weise in dieser Form kaum realisieren lässt.

Nicht alleine aufs Gefühl verlassen
„Ein Bauchgefühl alleine reicht nicht aus um zu sagen, ob die Prozesse heute schon durch HANA profitieren“, so Bohr weiter. Neutrale automatisierte Assessments schafften schnell belastbare Fakten, auf deren Basis ein Business Case berechnen lasse. Hinsichtlich des Berichtswesens argumentiert Diana Bohr, dass schnelle Reports nichts nutzten, wenn kein Mitarbeiter sie lese oder auf Grund von Ressourcenengpässen sie nicht weiterverarbeiten könne. Auch hier sei Effizienz gefordert. „Weniger qualitativ hochwertige Berichte sind hier eindeutig mehr als eine Flut von Reports, die keinen Mehrwert für Ihr Unternehmen liefern.“ Während hier Standardisierung der Schlüssel zum Erfolg sein könne, sollte Automatisierung bereits selbstverständlich sein.“

Regelmäßig aufräumen
Es geht also darum, den Blick erst einmal zurück zu wenden und zu überprüfen, wie es um die Automatisierung im eigenen System bestellt ist. Im besten Fall sogar in regelmäßigen Abständen. „Die Kennzahlen kann man immer wieder messen“, empfiehlt Diana Bohr.

Der Automobilzulieferer Modine beispielsweise hat sich bereits dazu entschieden, dies zu tun. CIO Kurt Trillsam lässt sein System in etwa alle fünf Jahre von West Trax überprüfen. „Wir checken damit unser Eigenwahrnehmung gegen, stimmt es noch, wie wir uns sehen?“ sagt er. Das Unternehmen weiß auch, wo es steht im Vergleich zum Wettbewerb. West Trax bestätigte seinem Unternehmen erst in diesem Jahr, dass der Standardisierungsgrad bei Modine der höchste innerhalb der Automobilbranche ist.

Quelle: IT-Director
www.it-director.de/home/a/erkennen-wo-ein-erp-system-steht.html

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